Tierisches Kalifornien

Der Weg an der kalifornischen Westküste auf dem Highway 1 ist für viele ein Traum. Eigentlich soll man ihn von Nord nach Süd fahren wegen der Nähe zum Meer und des besseren Blicks. Wir wollten lieber mit den fallenden Temperaturen fahren und so führte uns der Weg vom noch angenehmen Los Angeles ins kühlere San Francisco. 

Wir begannen mit auf dem Weg liegenden Stopps in Los Angeles. Die Getty Villa ist ein Nachbau eines italienischen Prachtbaus, der von einem Ölmagnat für seine Kunstsammlung geschaffen wurde. Uns erinnert es an den Sommerpalast Generalife in der andalusischen Alhambra. Es blühten schon Narzissen im Garten, die mich auf den Frühling in der Heimat freuen lassen.

Danach führt der Highway 1 über 7 Meilen direkt an den Häusern von Malibu vorbei und wir haben eine Weile gebraucht, um einen Zugang zum Strand zu finden. Man kann schon wirklich schön wohnen hier. Die Baywatch-Crew aus den 90ern sahen wir leider nicht. Aber die auf der Reise bereits besuchten Strände am Pazifik brauchen sich mit ihren dort ansässigen und gut trainierten RetterInnen nicht zu verstecken. 

Zugegeben waren wir auf unserem Roadtrip auch etwas shoppen, aber nur um für die folgenden kühlen Städte gewappnet zu sein.

Tatsächlich scheinen die Amerikaner ihr Dinner recht früh einzunehmen, denn bei unserer Ankunft in Morry Bay kurz vor 20 Uhr hatten wir Pech mit Restaurants. So musste eine Tüte Popcorn, ein Apfel und eine Banane eben als Abendessen reichen. Dafür erwartete uns zum Frühstück eine frische Zimtschnecke  vom Bäcker nebenan, die wir mit Blick auf die sich im Wasser spielend vergnügenden Otter vertilgten. Die Mütter schwammen auf dem Rücken und transportierten so ihre Jungen. Es folgte auch mal eine Rolle im Wasser. Putzig, die Racker. Genauso tierisch sollte es weitergehen. Nicht nur die Uferseite ist interessant, auch die Landseite bietet Blick auf gerade bestellte fruchtbare Felder, felsige Steilküsten, aromatisch duftenden Eukalyptus- und Zypressenwald und sanfte grüne Hügel, auf welchen neben Rindern auch Zebras grasen. 

Ziemlich bald ist ein Pier im Wasser erkennbar und wir machen kurz Halt. Wir sehen die ersten drei See-Elefanten am Ufer liegen und viele Schilder, die Hinweise und Informationen zu den größten Robben der Welt geben. Ein paar Meilen weiter liegen Tausende von ihnen mit ihren Jungen. Zwischen der Masse der Tieren ist gut was los. Um Platz streitende Weibchen, säugende Mütter, unbeholfene Junge, Sand schaufelnde und werfende Tiere sowie paarungsbereite Männchen. Wir schauten eine ganze Weile den verschiedenen Aktionen zu bis uns ein Herr auf ein Weibchen dicht am Meer mit Wehen aufmerksam macht. Es war ein besonderes Erlebnis dabei zuzusehen, wie eine kleine Robbe das Licht der Welt erblickt.

Natürlich sollte bei einem Roadtrip eher der Weg das Ziel sein. Wir haben einige Aussichtspunkte an der Strecke genutzt, aber wir mussten aus Zeitmangel tolle Orte links und rechts liegen lassen.

Mirko hatte Spaß am Mustang fahren und unser Ziel San Francisco begeisterte uns.