Stadt der Engel

Mit den Flug nach Nordosten kommen wir der Temperatur und den Lichtverhältnissen der Heimat immer näher. Während auf Hawaii der Tag um 6 Uhr begann und die Nacht gegen 18 Uhr, sind wir in Los Angeles schon bei 7 Uhr und 17 Uhr. 

Von noch gut 25 Grad verringerte sich die Temperatur auf nunmehr 15 Grad, was uns schon bibbern lässt. Nur die Sonne kann das ein wenig lindern. 

Beim Anflug auf Los Angeles sah die Stadt nicht wirklich himmlisch aus. Nur ein tristes, graues Häusermeer war zu sehen. Die dunklen Wolken über der Stadt taten sicher ihr übrigens, denn im Kontrast dazu schien die Sonne in der Ferne auf schneebedeckte Gipfel. Aber auch die deutlich erkennbare Smogglocke über der Stadt deprimierte mich. Das wurde während der Fahrt durch die Stadt im von Mirko langersehnten Mustang Cabrio nicht besser. Sehr viel Müll und unglaublich viele Zelte und Matrazenlager am Straßenrand und unter den Brücken. 

Da hilft der Gang über den Sunset Boulevard mit all den Sternen der Künstler auf dem Walk of Fame auch nicht, denn diese Stadt ist meiner Meinung nach mehr Schein als Sein. 

Ich war daher sehr froh, dass wir am Dienstag in den Hollywood Hills wanderten. Wir parkten das Auto beim Griffith Observatium, das schon hoch über der Stadt liegt, und zahlten dort die höchste Parkgebühr von 10 $ die Stunde in unserem Leben. Das toppt sogar Amsterdam, wo wir auch schon 8 € zahlten. Die Hügelkette liegt idyllisch. Es gibt viel Wald und frühlingsanzeigende blühende Büsche. Wir haben in 1,5 Stunden den Mount Lee Gipfel erreicht und schauen von dort auf die Rückseite der riesigen Buchstaben Hollywood mit LA im Hintergrund.  Irgendwie habe ich mir die Gegend im Fernsehen immer anders vorgestellt. Es ist tatsächlich grüner und auch der Blick auf einen Stausee hätte ich nicht erwartet.

Auffällig an der Stadt sind die wenigen Hochhäuser und die vielen Einfamilienhaussiedlungen. An den Hügeln selbst kleben einige Villen. 

Gemütlich laufen wir zurück zum Parkplatz und genießen die Aussicht von den Hügeln sowie auch auf die Hügelkette. 

Das Observatorium selbst beherbergt ein Planetarium und Teleskope mit Zeiss-Linsen. Die Ausstellung rund um die Astronomie ist sehr anschaulich und sehenswert. 

Wir brauchen von Hollywood eine gute Stunde mit dem Auto nach Venice am Pazifik, wo wir die letzten Rottöne des Sonnenuntergangs noch erleben. Unser Hotel liegt direkt am Ocean Walk und Strand. 

Tatsächlich gibt es auch unerschrockene tapfere Surfer, die bei diesen Temperaturen ins Wasser gehen, wie wir heute vom Pier beobachten konnten. Wenn es schon Venice (Venedig) heißt, dann gibt es auch Kanäle. Daran liegen wunderhübsche Häuschen, Villen und Bungalows. Die weißen kleinen Brücken, die Blumenhecken und schönen Veranden verzaubern uns. Über den  Abbot Kinney Boulevard mit seinen netten Boutiquen und Cafés ging es zurück zum Ocean Walk, den wir bis zum Santa Monica Pier spazierten und den berühmten Vergnügungspark auf der Seebrücke besuchten. 

Das waren dann doch zwei himmlisch schöne und sonnige Tage in den Hügeln und am Meer in Los Angeles. 

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LA

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LA 33.897777, -118.355713