Land & Leute

Wir fühlen uns hier unerwartet wohl. Das Klima ist angenehm. Wenn die Sonne scheint fast etwas zu warm. Aber Wolken und auch auch mal ein paar wenige Tropfen Regen machen es erträglich.
Je weiter westlich wir auf der Halbinsel kommen, desto offener werden die Menschen. In Mérida wurden wir immer wieder angesprochen, woher wir kommen. Und Deutschland sei so weit weg und so kalt. Ein kalter Tag in Mérida hätte 18 Grad.
Angekommen in Campeche und mit unseren Rucksäcken an der Straße unterwegs bot uns eine Frau, etwa in unserem Alter, Hilfe bei der Suche nach unserem Hostel an. Sie winkte ihren Mann in einem neuen Toyota Jeep heran. Der holte gleich sein Blackberry hervor und suchte im Stadtplan nach unserer Straße.
Wer denkt, die Mexikaner leben hinter dem Mond, der irrt. Fast jeder hat hier ein Smartphone, gern auch ein iPhone, sie fahren große neue Autos vieler amerikanischer Marken (GMC, Chevrolet, Ford), aber auch VW. Alte und neue Käfer finden sich immer wieder im Stadtbild.
Bisher fühlen wir uns auch relativ sicher. Die Polizeipräsenz in den Städten ist enorm. In Cancun Centro fuhren riesige amerikanische Pickups mit voll bewaffneten Polizisten in dicken Schusswesten auf der Landefläche ihre Runden. Polizeikontrollen an den Strassen sind auch normal. Nur auf dem Weg nach Campeche wurde mir etwas mulmig, da die Polizei nun an den Straßenkontrollen auch Gepäck durchsuchte im Kampf gegen die Drogenkriminalität.
Wie auch in Südamerika nutzen fliegende Händler den Straßenstop und boten Maiskolben und Chips an. Dabei sollte erwähnt werden, dass die Mexikaner auffällig dick sind. Man sieht sie ständig irgendwelche Kleinigkeiten essen.
Weihnachten dauert in Mexiko noch bis zum 06.01., dem Dreikönigstag, an. Die Kinder bekommen dann ein zweites Mal Geschenke. In den Häusern ist alles noch mit blinkenden Lichterketten geschmückt und auch in den Straßen finden sich regelrechte Lichterkunstwerke. Wir haben tatsächlich richtige Nadelbäume ausmachen können, deren Nadeln jetzt natürlich schon braun sind.

Valladolid-Mérida-Chichén Itzá

Bei unserer Ankunft am Mittwoch in Valladolid – einer kleinen Stadt auf dem Weg an die Golfküste – erinnerten wir uns sofort an Trinidad auf Kuba: kleine bunte Häuser bestimmen das Stadtbild und Händler verkaufen ihre Waren am Straßenrand.
In der gesamten Gegend warten zahlreiche Cenoten. Wir entscheiden uns für die Cenote Samulá – ein hübscher Höhlenteich, an dessen Wänden Wurzeln wuchern und Stalaktiten von der Decke hängen. Wir waren beeindruckt, da wir uns nicht viel unter einer Cenote vorstellen konnten. Mirko lies sich das Planschen nicht nehmen.

Von Mérida – im Westen Yucatans – aus wollten wir am Freitag eigentlich in das Biosphärenreservat nach Celestún an der Küste, aber es kommt immer anders als man denkt. Unsere gebuchte Tour fiel wegen geringer Teilnehmerzahl ins Wasser und man bot uns stattdessen Chichén Itzá, das erst am Ende unserer Reise geplant war. Aber eh wir den Tag in der Stadt verbringen, schlossen wir uns der Mayaruinentour an.
Durchschnittlich besuchen 5.000 Menschen täglich die größte Mayastätte auf Yucatan. Gestern müssen es aber leicht doppelt so viele gewesen sein, was der Urlaubszeit im In- und Ausland geschuldet ist. Unsere Gruppe bestand so aus 9 Mexikanern, 2 Brasilianern und uns. Wir ließen uns von den Massen nicht beirren und schoben uns mit unserem Führer durchs Gelände vorbei am El Castillo (Burg), dem größten Ballspielplatz und Observatorium.

Die weite Welt…manchmal ganz nah.