Maui Number Two

Für uns ist das Glas halbvoll und so haben wir die zweite Hälfte der Zeit auf Maui mit tollen Eindrücken ausgefüllt. 

Leider hat das Wetter uns immer wieder zu Komprissen gezwungen, aber wir nehmen es gelassen wie die Hawaiianer. Es regnet gerade viel und leider können wir das westliche Gebirge zwischen den Wolken meist gar nicht ausmachen. 

So starten wir am Mittwoch nach Osten und kommen vorbei an Paia, ein ähnlich verträumter Ort wie Lahaina. Ausgediente Surfbretter werden als Zaun umgenutzt, viele Restaurants und Geschäfte laden zum Bummeln ein. Es ist die berühmte Road to Hana, die wir nur bis zu den Twin Falls fahren und die eigentliche Abenteuerstrecke ab dann auslassen. Wir stehen dafür einfach nicht früh genug auf, um Hin- und Rückweg zu schaffen. Und die Wetterprognosen sind auch nicht so gut. Die Twin Falls sind zurzeit durch viel Wasser aufgewühlt und braun.
Stattdessen schauen wir am Hoopika Beach den Surfern zu. Monsterwellen sind es nicht, aber sie sind schon anspruchsvoller als im Süden. Am Strand sehen wir einige Meeresschildkröten, die zwischen den Steinen kaum auffallen. Ab und zu sieht man sogar eine aus dem Wasser schielen.

Ich schaue nach der Krater-Webcam und erkenne wolkenfreie Sicht. Diesmal macht der Haleakala seinem hawaiianischen Namen alle Ehre: Haus der Sonne. Wir starten zum nächsten Anlauf. Wir brauchen etwas mehr als eine Stunde zum Gipfel mit dem Auto. Wir lieben die kurzen Passagen durch Eukalyptuswald und lassen die Fenster runter. So aromatisch. Diesmal kann ich auch während der Fahrt ins Tal schauen. Zwischen den Bergen auf Westmaui und dem von uns gerade eroberten Vulkanmassiv im Osten erstreckt sich eine fruchtbare Ebene mit Feldern und Dörfern. Auch den Lavendelgarten am Vortag fanden wir am Hang des Massives auf 1000 Meter Höhe. Im Garten blühte allerhand, vor allem viele Sorten von Protea. 

Angekommen an einem der Visitor Center des Haleakalas ziehen wir schnell alle langen und warmen Sachen an. Mirko hat dieses Mal seine lange Hose vergessen und muss nun in Badeshorts in die 4 Grad hinaus. Um alle Illusionen wir seien hochgewandert auszuschließen, es gibt einen Parkplatz kurz vorm höchsten Punkt. Diesmal merke ich die Höhe von 3000 Metern nicht wie gestern beim letzten Treppenaufstieg vorm Gipfel. Aber der Wind nimmt einem fast den Atem, wenn er frontal ins Gesicht bläst. Und die 4 Grad zwiebeln heftig. Die Finger schmerzen nach ein paar Minuten vor Kälte. Dennoch drehe ich meine Runden, denn der Wind verändert die Sichtverhältnisse jede Sekunde und der Blick ist so schön. Wir sind praktisch über den Wolken und haben Sicht auf Big Island, Lanai und Westmaui. So hoch wie wir jetzt stehen, flogen wir noch nicht mal hierher. Unser kleiner 11-Sitzer der Makani Kai Air, mit dem wir von Molokai nach Maui flogen, schwebte gerade mal auf 1000 Meter Höhe.

Es gibt Wanderwege auf dem Haleakala, aber 4 Grad sind dann doch nicht das ideale Wetter dafür bzw. sind wir dafür dann doch nicht ausgerüstet.

Dafür haben wir am nächsten Tag gegenüber des Haleakala auf dem Westmassiv den Lahaina Pali Trail in Angriff genommen. Auf dem Weg durch dunkelbraunes Lavagestein hatte man immer Sicht aufs Meer, aber kaum einen schattenspendenden Baum. An einem sonnigen und heißen Tag wäre dieser Weg sicher noch anstrengender, uns kühlten zwischendurch Schauer und je höher wir kamen Wind mit einer Windstärke von 8 (Sturm) und Böen bis 12 Beaufort (Orkan). Unser Gipfelpunkt befand sich auf einem Bergrücken, der mit überall sichtbaren Windrädern bestückt war. Und das nicht ohne Grund, der Wind ließ mich manchmal torkeln.

Trotzdem waren wir glücklich einfach nur mal zu laufen. Wir sind doch unglaublich viel mit dem Auto unterwegs.

Ich hoffe sehr, dass uns auf Kauai weniger feuchtes Wetter erwartet und wir die Garteninsel erwandern können. 

Halbe Sachen auf Maui

Wir haben Halbzeit auf Maui. Nach ein paar Tagen an der Süd-West-Seite mit Strand und Surfversuch entdecken wir die kommenden Tage den Nordosten und hoffen auf ein paar Wanderungen.

Maui hat seinen Namen vom Halbgott Mau’i. Manche kennen ihn aus Disneys Film Vaiana, der Polynesien und das Seefahrervolk wirklich sehr gelungen darstellt.

Wie Maui wollten wir heute auf den höchsten Punkt der Insel im Haleakala Nationalpark. 

Der Legende nach hat der Halbgott Maui die Sonne festgehalten und sie damit langsamer ziehen lassen, damit seine Mutter die Wäsche trocknen konnte und die Menschen mehr Zeit für ihr Tagwerk hatten.

Aber der Gipfel auf 3055 Meter Höhe – genannt Pu’u’ula’ula (eindeutig zu viele Apostrophe in einem Wort) – befand sich heute komplett im Nebel gepaart mit ordentlich Wind, Regen und 6 Grad. Da wir im kalten Herbst unsere Reise begannen, haben wir auch lange Hose, Daunen- und Regenjacke dabei. 

Wir machen uns warme Gedanken und wünschen uns ins warme Lahaina im Südwesten Mauis zurück. Ehemals Hauptstadt des hawaiianischen Königreiches im frühen 19. Jahrhundert und Walfängerdorf ist es heute ein hübsch anzusehendes Örtchen mit niedrigen Holzhäusern in allen Farben und kleinen Balkonen, in denen man viele Souvenirs, Kleidung und Kunst kaufen kann. Oder eben jeden Tag oder auch mehrmals täglich sehr ausgefallenes Eis essen kann. Von Ananassorbet serviert in einer Ananas bis Shave Ice, das aus gefrorenem Wasser in spezieller Weise geraspelt wird und mit zig möglichen bunten, natürlich hergestellten Sirupen getränkt wird. Als Krönung kann man im Inneren noch eine Kugel Eis finden. 

Außerdem probierten wir Poké. Mit dem roh in Sojasoße marinierten Ahi (Thunfisch) kommt etwas Japan in die hawaiianische Küche. Viele japanische Einwanderer arbeiteten auf den Zuckerrohrplantagen im frühen 20. Jahrhundert.  Das musste auch Einfluss in kulinarischer Hinsicht haben,

Zum Erlernen des Surfens war der Strand in Lahaina ideal. Ganz seichte Wellen schoben sich langsam zum Strand. Aber die vielen Korallen kurz unter der Wasseroberfläche machten es auch kompliziert. Mirko leihte sich ein Brett und paddelte damit eine Weile und hockte auch schon auf dem Brett. Ich paddelte liegend nah am Ufer auf und ab. Ist gar nicht unanstregend für den Oberkörper und die Arme. 

Die Surfschulen belebten neben den anderen Surfern das Wasser enorm. Auf jeden Fall ist Geduld notwendig, denn die perfekte Welle lässt oft auf sich warten. 

Ich bleibe lieber beim SUP (Stand Up Paddling). Stehend hat man einfach einen besseren Überblick und kann im Wasser oft Schönes entdecken. Übrigens hat der Brettersport seinen Ursprung in der Südsee, wo er anfangs nur den Königen vorbehalten war. Die Polynesier verbreiteten den Sport. 

Vom Bodyboarden ohne Hilfsmittel entwickelte sich in Hawaii das Wellenreiten über Nutzung einfacher Holzplanken zum heutigen Sport mit einer riesigen Auswahl an Surfboards. Im Norden von Maui hoffen wir auf Jaws – die Monsterwellen. Nur Profis sind dort zu finden. Surfen ist übrigens in diesem Jahr das erste Mal olympische Disziplin bei den Sommerspielen in Tokyo. 

Zurück zum Gipfel: trotz einigen Wartens in warmen Klamotten klart es heute leider nicht auf. Die 22 Meilen Serpentinenstraße warten also erneut darauf, bezwungen zu werden.

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Maui

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Maui 20.756114, -156.280518

Die weite Welt…manchmal ganz nah.