Alle Beiträge von Katharina Schirmer

Stadt der Engel

Mit den Flug nach Nordosten kommen wir der Temperatur und den Lichtverhältnissen der Heimat immer näher. Während auf Hawaii der Tag um 6 Uhr begann und die Nacht gegen 18 Uhr, sind wir in Los Angeles schon bei 7 Uhr und 17 Uhr. 

Von noch gut 25 Grad verringerte sich die Temperatur auf nunmehr 15 Grad, was uns schon bibbern lässt. Nur die Sonne kann das ein wenig lindern. 

Beim Anflug auf Los Angeles sah die Stadt nicht wirklich himmlisch aus. Nur ein tristes, graues Häusermeer war zu sehen. Die dunklen Wolken über der Stadt taten sicher ihr übrigens, denn im Kontrast dazu schien die Sonne in der Ferne auf schneebedeckte Gipfel. Aber auch die deutlich erkennbare Smogglocke über der Stadt deprimierte mich. Das wurde während der Fahrt durch die Stadt im von Mirko langersehnten Mustang Cabrio nicht besser. Sehr viel Müll und unglaublich viele Zelte und Matrazenlager am Straßenrand und unter den Brücken. 

Da hilft der Gang über den Sunset Boulevard mit all den Sternen der Künstler auf dem Walk of Fame auch nicht, denn diese Stadt ist meiner Meinung nach mehr Schein als Sein. 

Ich war daher sehr froh, dass wir am Dienstag in den Hollywood Hills wanderten. Wir parkten das Auto beim Griffith Observatium, das schon hoch über der Stadt liegt, und zahlten dort die höchste Parkgebühr von 10 $ die Stunde in unserem Leben. Das toppt sogar Amsterdam, wo wir auch schon 8 € zahlten. Die Hügelkette liegt idyllisch. Es gibt viel Wald und frühlingsanzeigende blühende Büsche. Wir haben in 1,5 Stunden den Mount Lee Gipfel erreicht und schauen von dort auf die Rückseite der riesigen Buchstaben Hollywood mit LA im Hintergrund.  Irgendwie habe ich mir die Gegend im Fernsehen immer anders vorgestellt. Es ist tatsächlich grüner und auch der Blick auf einen Stausee hätte ich nicht erwartet.

Auffällig an der Stadt sind die wenigen Hochhäuser und die vielen Einfamilienhaussiedlungen. An den Hügeln selbst kleben einige Villen. 

Gemütlich laufen wir zurück zum Parkplatz und genießen die Aussicht von den Hügeln sowie auch auf die Hügelkette. 

Das Observatorium selbst beherbergt ein Planetarium und Teleskope mit Zeiss-Linsen. Die Ausstellung rund um die Astronomie ist sehr anschaulich und sehenswert. 

Wir brauchen von Hollywood eine gute Stunde mit dem Auto nach Venice am Pazifik, wo wir die letzten Rottöne des Sonnenuntergangs noch erleben. Unser Hotel liegt direkt am Ocean Walk und Strand. 

Tatsächlich gibt es auch unerschrockene tapfere Surfer, die bei diesen Temperaturen ins Wasser gehen, wie wir heute vom Pier beobachten konnten. Wenn es schon Venice (Venedig) heißt, dann gibt es auch Kanäle. Daran liegen wunderhübsche Häuschen, Villen und Bungalows. Die weißen kleinen Brücken, die Blumenhecken und schönen Veranden verzaubern uns. Über den  Abbot Kinney Boulevard mit seinen netten Boutiquen und Cafés ging es zurück zum Ocean Walk, den wir bis zum Santa Monica Pier spazierten und den berühmten Vergnügungspark auf der Seebrücke besuchten. 

Das waren dann doch zwei himmlisch schöne und sonnige Tage in den Hügeln und am Meer in Los Angeles. 

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LA

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LA 33.897777, -118.355713

Bye Bye Hawaii

In knapp vier Wochen haben wir vier tolle Inseln kennengelernt. Die Größte – passend Big Island oder auch Hawaii genannt – mit den beiden aktiven Vulkanen war leider nicht dabei.

Aber wir nehmen es gelassen. Man schafft nie alles zu sehen, und wir sind glücklich über das Gesehene und Erlebte. 

Das Shaka-Gefühl wird übrigens mit dem typischen Handzeichen ausgedrückt. Ausgestreckter Daumen und kleiner Finger, während die anderen Finger eingeknickt bleiben. Es bedeutet Aloha und verkörpert den hawaiianische Lebensstil, alles etwas locker nehmen und keine Eile haben. Autofahrer bedanken sich damit, wenn man sie einscheren lässt und wir finden es total cool. 

Mit unserem Jeep machten wir uns über Oahu’s Highways und Freeways auf zur North Shore. Am Weg lag die Dole Plantation, die die Geschichte von James Dole, der 1899 mit dem Ananasanbau auf Hawaii begann, aufarbeitet und touristenfreundlich mit Züglein und riesigen Merchandiseshop näherbringt. Das Klima und die mineralische Vulkanerde auf Hawaii bieten die beste Grundlage für das Bromeliengewächs.  Ananas findet man in jeglicher Form – natürlich frisch, als Eis, Smoothie usw. – und überall auf der Insel. 

Durch das an der Nordküste gelegene Haleiwa – das wieder wie ein Westernstädtchen anmutet – sind wir geschlendert und am Pipeline Beach, an dem oft Surfwettbewerbe ausgetragen werden, haben wir den Wellen zugeschaut. Es waren doch die größten, die wir bisher auf den Inseln gesehen haben, und die Gischt nebelte den Strand ein. Aber dennoch bildeten die Wellen an jenem Tag nicht die wirklich großen Pipelines.

An der Strecke stehen viele Foodtrucks. Sie sind eine gute Alternative zu Restaurants und zaubern tolle Kreationen. Im Norden gibt es einige Shrimp-Farmen, so dass es vorrangig Shrimps in allen Variationen gibt. Wir umfahren die Insel weiter im Osten, deren Mitte wieder von Bergen dominiert wird, aber dieses Mal führen zwei Highways hindurch. Hier begegnen wir wieder Regenwald. Mirko vergleicht die Berge der Form nach mit grünbemoosten Tobleronestangen.

Am Sonntag laufen wir den Weg zum Makapuu Leuchtturm. Der Blick auf die Ostküste Oahus ist spektakulär und wir entschließen uns dort den Strand zu suchen, an dem Tom Selleck alias Magnum immer badete. Im Hintergrund ist eine Insel zu sehen, die dem Diamond Head Crater ähnlich sieht. 

Wir finden den Kaiona Beach Park und vom Strand aus sehen wir tatsächlich die Insel. Robins Nest wurde leider abgerissen. Da befindet sich nun eine große Baustelle. Das Meer am Waimanalo Beach ist traumhaft: türkis und durch das vorgelagerte Riff angenehm ruhig.

Ein toller Abschluss für den letzten Urlaubstag auf Hawaii. 

Nach Los Angeles werden wir fünfeinhalb Stunden von hier fliegen. Da wird einen bewusst, dass Hawaii geografisch gesehen der isolierteste bevölkerte Ort der Erde ist.